Aliveness - Unsere Trainingsmethode

Warum lernt man vom reinen Körbewerfen kein Basketball?
Warum lernt man vom reinen Schattenboxen kein Boxen?
Warum lernt man vom reinen Toreschießen kein Fußball?

Weil man nur mit einem Partner lernt, GEGEN einen Gegner zu arbeiten!
Doch wie übt man das richtig?

Die Antwort: Aliveness!


"Aliveness ist eine progressive Trainingsmethode mit der man Kampftechniken anwendbar macht. Progressiv steht für das Schärfen der Technik durch 3 Phasen, welche ZIE Methode genannt wird. Anwendbar wird eine Technik gemacht, wenn man alle 3 Fragmente des Kampfes (Timing, Energie und Bewegung) beim Üben einbaut."

Aliveness als Begriff wurde von Matt Thornton geprägt. Die TPS wurde sehr stark durch seine Veröffentlichungen beeinflusst, von dem wir auch das Konzept von Aliveness übernommen haben, obwohl er diese Methode natürlich nicht erfunden hat.


Um sich einen visuellen Überblick zu verschaffen empfiehlt es sich, dieses Video anzusehen:

 

Überblick über die 3 Fragmente:

Timing

Der Partner greift unvorhersehbar an.

Timing bedeutet, dass der Partner durch zeitliche Verzögerungen oder Scheinbewegungen seinen Angriff verschleiert und somit eine Antizipation schwer macht.

Beispiel für Timing:
Der Partner schlägt nur Jabs jedoch zeitlich verzögert und verschleiert mittels Scheinbewegungen.

Beispiel für timinglos:
Der Partner schlägt repetiv Jabs in hoher Wiederholungsanzahl immer im selben Takt.

Bewegung

Der Partner bewegt sich wie ein echter Gegner.

Bewegung bedeutet, dass man seine Techniken nicht statisch abspult. Man gibt also nicht den sterbenden Schwan, sondern bewegt sich auch nach Treffer realistisch.

Beispiel Bewegung:
Man übt Schlagtechniken, während man sich bewegt.

Beispiel für statisch:
Man übt seine Schlagtechniken und bleibt dabei immer am gleichen Standort stehen.

Die ZIE Methode

Nehmen wir an, wir haben eine Technik die wir für funktional betrachten. Wir wissen, dass in einem echten Kampf Timing, Energie und Bewegung vorhanden sind. Wie können wir die Technik die wir ohne Widerstand ausführen können so üben, dass wir sie auch unter schlimmsten Stress noch ausführen können?

Mit der ZIE Methode.

Diese methodische Übungsreihe bringt die Technik durch drei Stufen zur Anwendung. Jede Stufe ist äußerst wichtig und verbessert die Fähigkeiten und später Fertigkeiten in der Technik.

Zeigen


Schwitzkasten Zeigenphase


Schattenboxen
Sandsacktraining
Pratzentraining


Technik:
In der Zeigenphase wird die Technik demonstriert und/oder langsam bis zur vollen Geschwindigkeit geübt. Die Technik wird, wenn möglich, nur so lange in der Phase gehalten, bis die Technik beherrscht wird und schnellstmöglich progressiert.

Einfügen


Rollen mit Schwitzkasten

Sparring (Standkampf)
Pummeln (Ringkampf)
Rollen (Bodenkampf)


Sparring:

Im Sparring wird das eingefügt, was wir vorher in der Zeigen und Isolationsphase geübt haben. Nur im Sparring erhält man wirkliche Kampffertigkeiten, weil man Schwimmen auch nur durch Schwimmen lernt.

Häufige Vorurteile:


Warum sind Formen, Katas usw. schlecht? Damit lernt man doch die Techniken in der Zeigenphase! Boxer machen doch auch Schattenboxen!

Traditionelle Formen/ Katas sind meist kontraproduktive, veraltete Trainingsmethoden. Viele Dinge die man in solchen Formen übt, kommen so im Kampf nicht vor und sind teilweise sogar kontraproduktiv. Man übt in der Zeigenphase nicht zuerst das Schlagen von der Hüfte um dann im Kampf vom Kinn zu schlagen. Das macht keinen Sinn.

Sandsacktraining ist doch totes Training! Schließlich braucht man doch einen Partner für Aliveness. Also ist Sandsacktraining unnütz!

Sandsacktraining ist eine von mehreren Möglichkeiten der Zeigenphase. Sandsacktraining zählt zur technischen Konditionsübung die besonders gut für Schlagkraft und Kraftausdauer geeignet ist. Nicht alles was wir trainieren wird mit einem Partner geübt, aber alles was wir mit einem Partner üben sollte Timing, Energie und Bewegung beinhalten.


Nicht jeder kann dauernd nur Vollkontaktsparring machen.

Niemand macht dauernd Vollkontaktsparring. Dies ist nicht nur ungesund sondern man lernt auch nichts Neues, weil man nur das tut, was man immer tut. Richtig ist vielmehr, dass jeder mit Aliveness trainieren kann und nur manche Menschen bereits sind auch mal Vollkontakt zu sparren.

Aliveness kann ja praktisch sein, aber ohne tote Bewegungsmuster lernt man doch die Technik nicht!

Ein totes Bewegungsmuster ist keine technische Konditionsübung, sondern eine unpraktische Partnerübung und somit Isolationsphase. z.B. eine Schlagtechnik lernt man am besten ohne Partner und sie ist nicht tot, weil für ein "totes" Bewegungsmuster immer auch ein Partner vorhanden sein muss.

Schattenboxen ist also nicht tot, sondern die Zeigenphase für Techniken. In Aliveness gibt es zuerst die Zeigenphase in der man die Techniken korrekt lernt, bevor diese dann in die Isolations und Einfügenphase übergehen.

Daher ist das Argument, dass man nicht alles mit Aliveness trainieren kann weil man so ja keine Technik lernt unrichtig, weil Aliveness ja die Zeigenphase beinhaltet in der die Technik gelernt und verbessert wird.

Aliveness ist doch nur eine Trainingsmethode für KampfSPORT.

Ein klassisches Vorurteil. Man kann selbst dann mit Aliveness trainieren, wenn man keinerlei Interesse an sportlichen Wettkämpfen hat. Techniken die man nicht gegen einen widerspenstigen Gegner auf regulärer Ebene erfolgreich einsetzen kann, versagen im Ernstfall. Als Faustregel gilt: Wenn man etwas im Sparring nicht einsetzen kann, kann man es vermutlich im echten Kampf auch nicht einsetzen.

Mit Aliveness trainiert doch eh jeder, was ist da neu daran?

Der Anspruch, realistisch zu trainieren geht nicht automatisch einher mit dem tatsächlichen Tun. Schaut man sich verschiedene Trainingsmethoden oder Kampfsportmythen an, dann erkennt man, dass viele zwar glauben realistisch zu trainieren jedoch in Wirklichkeit pseudopraktische Beschäftigungstherapie betreiben.

Nach einer methodischen Übungsreihe vorzugehen, heißt nicht zwangsläufig mit Aliveness zu trainieren, denn auch die Logik bringt uns nicht immer zu den richtigen Ergebnissen, wenn die Prämissen falsch sind!


Matt Thornton hat sicher nicht Aliveness erfunden!

Das behauptet niemand, nicht mal er selbst. Vielmehr richtig ist, dass er den Begriff für realistisches Training geprägt hat und mit seinem 2 Teilen (ZIE + TEB) auch für Laien erklärbar gemacht hat, was es mit einer effektiven Trainingsmethode aufsich hat.


Aliveness ist doch nur ein Modebegriff für Sparring.

Man kann ohne jemals Sparring zu machen mit Aliveness trainieren. Das heißt, dass Sparring zwar ein wichtiger Teil von Aliveness aber nicht alles ist, weil man nur durch die ersten beiden Phasen die Technik lernen kann. Die echte Anwendung erfolgt im Sparring /Szenarientraining.

Es gibt doch Leute, die ohne Aliveness kämpfen können!

75% der Kampfstärke hat mehr mit der Person als mit der Technik zu tun. Daraus lässt sich ableiten, dass das System nicht so wichtig ist wie die Person die es ausführt.

Aber selbst Schuhmacher kann mit einem 08/15 Auto nicht die selben Resultate bringen wie mit seinem F1-Wagen. Aber ein F1-Wagen der von einem Amateuer gesteuert wird gewinnt kein Rennen.

Es gibt Menschen die von vorneherein kämpfen können. Alle Topleute in jedem Sport sind von Natur aus talentiert und haben daher das beste Ausgangspotential. Wahr ist aber auch, dass alle Topleute ihr Maximum nur deswegen erreichen, weil sie mit Aliveness trainieren.


Gefährliche Techniken (Augenstiche usw.) kann man doch nicht mit Aliveness üben, dass wäre viel zu gefährlich!

Jein. Es geht nicht darum, Aufsätze (also Endtechniken vom Abschusssystemen) zu üben, denn diese sind teilweise nur schwer am Partner im vollen Kontakt ausführbar. Wer nur Endtechniken trainiert, übt diese meist in toten Bewegungsmustern und kann am Ende nicht kämpfen. Daher: Abschussysteme mit Aliveness trainiert schaffen eine gute Basis, dass man Endtechniken in sein Training einbauen kann ohne das man den Partner verletzt.

Beispiel dafür von Matt:

Person A lernt ein Jahr lang Schlagen, Treten und Ringen mit Aliveness.

Person B lernt ein Jahr lang wie man Augenstiche macht und sich mit allen möglichen gefährlichen Techniken zur Wehr setzt.

Am Ende des Jahres zeigt man Person A wie man Augenstiche machen kann und lässt dann beide Personen gegeneinander antreten.

Person A hat viel gekämpft in dem einen Jahr, während Person B mit toten Bewegungsmustern Beschäftigungstherapie betrieben hat.

Wer besser kämpfen kann mit Techniken die man am Partner unter Widerstand anwenden kann, der kann auch gefährliche Techniken besser anwenden.


Aliveness ist doch nur was für junge Menschen, im Alter kann man damit nicht mehrtrainieren.

Aliveness ist für alle da. Man kann auch im Alter mit Aliveness trainieren. Der Körper ist im Alter nicht mehr so strapazierfähig und braucht auch länger um sich zu erholen. Die Anatomie selbst ändert sich aber nicht. Daher muss man klug trainieren um seinen Körper auch im Alter zu erhalten, die Übungen selbst sind die selben sie werden nur eben weniger intensiv durchgeführt.