TPS Philosophie

In den letzten 52000 Jahren haben rund 100 Milliarden Menschen gelebt (Quelle: Wikipedia) wobei die Lebenserwartung mit den Generationen immer weiter gestiegen ist.

Jeder Mensch der geboren wird wächst in einer Gesellschaft auf in der bereits viele Generationen zuvor Wissen gesammelt, geprüft und verworfen haben. Der Mensch wird geprägt durch die Erziehung und Sozialisation in seiner Zeit.

Wir gehen in der Zeitspanne die uns bleibt oftmals ohne das uns das bewusst ist, den Weg den bereits unzählige Vorfahren auch gegangen sind. Wir orientieren uns als Kinder an unseren Eltern oder anderen Bezugspersonen wie z.B. Freunden. Dadurch bekommen wir auch Vorstellungen, Ideen und Denkweisen vermittelt die uns über unser gesamtes Leben begleiten.

Wer selbst Kinder bekommt ertappt sich vielleicht dabei seine Kinder unter Umständen genauso zu behandeln wie man selbst von seinen Eltern behandelt wurde, selbst wenn man dieses als Kind nicht mochte.

Was hat das mit Kampfsport zu tun?

Egal welchen Kampfsport wir wählen, egal was unsere Ziele im (Kampf)sport/kunst/system sind, wir werden wie auch in anderen Teilen des Lebens von verschiedenen Faktoren beeinflusst.

Es ist das Bild was wir von uns selbst haben, was uns oft zu verschiedenen Kampfkünsten zieht. Haben wir das Gefühl uns beweisen zu müssen, kann es sein dass wir uns zum Boxen hingezogen fühlen, weil "das echte Männer machen". Oder wir gehen genau deswegen nicht zum Boxen, weil dort "nur Proleten trainieren". Stattdessen könnten wir zum Beispiel eine traditionelle Kampfkunst betreiben, weil wir vermeintlich glauben, dass nur dort auch eine spirituelle Erfahrung zur Persönlichkeitsentwicklung möglich ist.

Das kommt oft auch dadurch zustanden, dass wir beispielsweise von Freunden hören dass "dieses Kampfsystem das Beste ist" oder das wir uns "von diesem System am besten fernhalten sollten" und so weiter. Wir werden also von verschiedensten Faktoren beeinflusst.

In der TPS haben wir den Anspruch möglichst realitätsnah zu trainieren.



Das bedeutet, dass für uns die Schönheit der Technik nicht ethischen Ursprung hat, sondern sich diese aus dem ableitet was ist. Die Schönheit der Technik kommt aus der Gesamtkampfleistung der sogenannten Kampfkraft. Wenn man sich im Standkampf, Ringkampf und Bodenkampf mit geschickten Bewegungen effektiv bewegen kann wird das als schön empfunden.

Da aber bereits manche unserer Vorfahren aus allen möglichen Teilen der Erde auch diesen Weg gegangen sind, werden wir durch Vorwissen und dem Entdecken neuen Wissens beeinflusst.

Wie auch im Leben selbst, geraten wir als (Kampf)sportler in eine Gesellschaft hinein, in der sich bereits Andere Gedanken gemacht haben und wir, als Anfänger mit dem vermittelten Wissen umgehen, dieses selbst prüfen müssen.

Im Training ist es genau wie im realen Leben, nur das wir hier in eine Gruppe hineingehen von der wir erhoffen, dass sie unseren Vorstellungen entspricht. Wir leiten also unsere "Geburt" selbst ein.

Als Anfänger (wie in jedem anderen Gebiet auch) ist man erstmals damit beschäftigt, sich in seiner neuen Umgebung zurechtzufinden. Andere Anfänger und Fortgeschrittene sorgen dafür, dass man die Ziele der Gruppe kennenlernt und legen auch fest, welches Verhalten toleriert wird und welches nicht.

Gruppen grenzen sich gewöhnlich von anderen Gruppen ab und das Infragestellen der eigenen Gruppe wird als Nestbeschmutzung verstanden, weil man selbst ja die Wahrheit hat.

Ist das bei uns nicht genau so?

Selbstverständlich ist das bei uns auch so. Wir sollten uns dem jedoch bewusst sein. Man tendiert dazu, die Gruppe die man selbst gewählt hat auch verteidigen zu wollen, selbst wenn diese völligen Unsinn erzählen, weil unser Gehirn versucht selbst dort Zusammenhänge zu produzieren wo keine vorhanden sind und dies zu falschen Schlüssen führen kann.

Als realistische Kampfgruppe haben wir uns dem Forschen nach dem besten Mittel zum Kämpfen verschrieben. Das heißt, wir trainieren Techniken deswegen weil sie funktional sind und nicht, weil sie eine Authorität auch trainiert.

Um eine ungünstige Beeinflussung und das Aufkommen von Vorurteilen gegenüber anderen Gruppen möglichst gering zu halten, ist es sehr wichtig allgemeingültige Wahrheiten zu vermitteln, mit denen sich auch andere Gruppen identifizieren können.

Wer die Gruppe zu exklusiv halten will, nach dem Motto "wir sind die Besten und haben die Wahrheit" schafft eine ungesunde Hierachie und sperrt die Gruppenmitglieder ein. Das ist auch der Grund, warum wir uns nicht zu schade sind, Videos wo auch wir Fehler machen zu veröffentlichen, weil dies nicht nur charakterförderlich ist, sondern weil man dadurch auch authentisch bleibt.

In traditionellen Kampfsystemen wird logisch oder pseudoempirisch Wissen geschlussfolgert. "Der Gegner greift hier, ich mache Technik XY" Dadurch kommt es zu zahlreichen Fehlschlüssen, die einen über Tatsachen hinwegsehen lassen.

Die TPS geht vom empirischen Ansatz aus, den alle praktischen Systeme haben. Wir schauen uns erst an wie es in der Realität aussieht und leiten von dort dann ab, wie man dafür trainieren müsste.

Wir gehen vom Ist aus, nicht vom Soll.


Per ardua ad astra!