Matts konzeptuellen Erklärungen von Aliveness hat die TPS stark geprägt. Selbst geprägt von traditionellem Training und der Überwindung veralteter Trainingsmethoden gründete er in den 1990ern sein Straight Blast Gym.

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Der Meister der Doublehip Technik, war jahrelang Türsteher wie Geoff und entwickelte mit ihm seine Protection Pyramid, den Schlachtplan.

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Als Mastermind hinter dem Fencekonzept, war Geoff die erste starke Beeinflussung im Umdenkprozess. Seine Fähigkeit, unangenehme Wahrheiten zu kommunizieren sind bemerkenswert.

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Die TPS Prinzipien

Mit den Jahren des Trainings stellen sich gewisse Charakteristiken in einer Gemeinschaft/ Gruppe ein. Unsere Prinzipien sind das Resultat dieser und beschreiben unseren Ansatz in den Kampfkünsten. Im Sinne der Übersichtlichkeit ist es praktisch, mit Akronymen zu arbeiten, die man sich leicht merken kann.

Unsere sechs Prinzipien werden mit A.S.G.A.R.D. abgekürzt werden. Der Begriff ist aus der nordischen Mythologie bekannt und beschreibt dort den Sitz des Göttergeschlechtes, den Asen.

A -  Aliveness
S -  Selbstschutzplan
G -  Game
A -  Anpassung
R -  Ritual
D -  Didaktik

Aliveness

Die Trainingsmethode. Der sich selbst korrigierende Mechanismus.

Wichtiger als jede Technik ist das Wissen, wie man sein Wissen überprüfen kann. Um sich der Wahrheit annähern zu können, ist es nötig einen Überprüfungsmechanismus zu haben, der den Spreu vom Weizen trennt.

Anhand von diesem ist es für jeden möglich, SELBST zu überprüfen, was man gezeigt bekommt. Man darf sich selbst nicht unmündig machen, indem man blind das von Authoritätspersonen gezeigte übernimmt sondern man muss den schweren Weg des "sich selbst überzeugens" gehen.

Aliveness überprüft nicht nur das Können, sondern schafft auch auch die beste Möglichkeit die Techniken progressiv zu üben, welches den höchsten Lerneffekt zu Folge hat. Wenn Aliveness das übergeordnete Prinzip darstellt - als Überprüfungsmethode und als Verbesserungsautomatismus - dann bleibt man ehrlich zu sich selbst und dem Ziel der Praxisnähe.

Daher ist Aliveness das übergeordnete Prinzip in der TPS, weil sie alles ausmacht. Sie verbessert die Kampfkraft, überprüft diese realistisch und bietet die beste Möglichkeit für eine Charakterverbesserung.


Selbstschutzplan

Die Landkarte. Welchen Weg geht man? Welche wichtigen Punkte?

Der Selbstschutzplan ist das zweite Prinzip der TPS und gehört zu unseren wichtigsten Konzepten. Es ist äußerst wichtig, dass man eine Überallesstrategie hat. Einen Plan. Eine Überlegung wie man in einer Konfliktsituation zu reagieren hat.

Jeder weiß, dass man Konflikte grundsätzlich ausweichen sollte und das ein vermiedener Kampf ein gewonnener Kampf ist. Warum gibt es aber trotzdem Schlägereien?

Weil oft die Gesamtstrategie fehlt. Die Umsetzung von weisen Ratschlägen stellt sich in einer Konfliktsituation oftmals als schwierig heraus. In der Kurzfassung besteht unser Schlachtplan aus 4 Teilen:

Aufmerksamkeit, Fence, Präventivtechnik, Reservesystem

Der Selbstschutzplan beschreibt aber viel viel mehr. Er setzt Techniken in den Kontext und erklärt wieviel Trainingszeit man in welcher Distanz stecken sollte.

Game

Das Spiel. Was machen wir wenn...?

Ein Spiel zu haben bedeutet, in einem speziellen Bereich über Angriff, Verteidigung, Konter, Konter des Konters, Täuschungen, Falschangriffe, Strategien & Taktiken zu verfügen und diese ohne Nachzudenken einsetzen zu können.

Die Spielentwicklung im Kampfsport kann man mit mit dem Spielen von Schach vergleichen.

Im Schach kann man ohne "ein Spiel" zu haben nicht gewinnen. Ein Spiel im Schach entwickelt man nicht durch das repetive abarbeiten von Technikkombinationen sondern durch das Üben und Ausprobieren von Angriffen, Verteidigungen usw.

Der Anfänger im Schach denkt in einzelnen Schritten (Bauer schlägt Pferd), während der Fortgeschrittene darüber weit hinausgeht. Obwohl beide "Spieler" die selben Figuren (Techniken) einsetzen, so ist das "Spiel" völlig unterschiedlich. Wir wollen in der TPS in allen Bereichen des Kampfes ein Spiel entwickeln, welches nur durch Aliveness und nicht durch das Sammeln von Techniken (traditioneller Weg) möglich ist.

Anpassung

Der Spezialist verliert gegen den Alleskönner zum richtigen Zeitpunkt.

Um sich in jeder Situation erfolgreich behaupten zu können benötigen wir Fähigkeiten & Fertigkeiten im Stand, Ring und Bodenkampf. Wir passen uns neuen Situationen an. Das heißt auch, dass man fundamentale Techniken in einen Kontext setzen muss.

Wofür Bodenkampf trainieren, wenn man in der Selbstverteidigung nie auf den Boden will? Warum Gewandgriffabwehren trainieren, wenn in den meisten Selbstverteidigungssituation nicht gegriffen wird?

Anpassung bedeutet sich auf neue Situationen einstellen zu können. Wer sich nur auf seine Lieblingstechniken (z.b. nur Standkampf) konzentriert, der wird zum Spezialisten und mitunter vom Alleskönner in seinem Spiel geschlagen. Der Schlachtplan zeigt uns wo wir was einsetzen sollten, aber ohne die Möglichkeit sich auf unterschiedlichste Situationen einstellen zu können, nützt auch die Strategie dahinter nichts. Fundamente Kampffähigkeiten sind daher essentiell, weil man nur mit diesen maximale Freiheit im Kampf erreicht und eine Spielentwicklung mit Aliveness möglich wird.

Ritual

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus selbstverschuldeter Unmündigkeit." (Kant)

In der TPS halten wir uns von falscher Authorität, Ritualen & Terminologie möglichst fern. Dafür ist es wichtig, keinen Inzestkult zu schaffen, indem man seinen Sportler (wie oftmals in traditionellen Systemen üblich) verbietet sich auch in anderen Vereinen umzusehen oder dort zu trainieren. Wer auch woanders trainieren möchte, kann dies gerne tun, wir begrüßen das sogar!

Auch im Kampfsport gibt es Kulte. Diese etablieren sich durch eine Person, die sich als Authorität darstellt, die die Wahrheit quasi gepachtet hat, weil sie dieses entweder selbst gefunden oder von einer höheren Quelle (in Religionen ist das Gott) erhalten hat. Rituale sorgen dafür, dass man Dinge tut, über die man nicht weiter nachdenkt und verstärken dies zusätzlich. Eine gemeinsame Terminologie bindet zudem die Gruppe an die Authorität, die sich selbst mit Titeln wie "Sifu", "Sensei" oder gar "Großmeister" schmückt.

Wir benutzen keine formellen Zeremonien, beten keine Autoritätspersonen durch Verbeugen vor ihren Bildnissen an, benutzen möglichst allgemein bekannte Fachbegriffe und stellen uns auch nicht nach Rängen in einer Linie auf. All solche Dinge schaffen eine ungesunde Hierachie. Solche Hierachien kommen aus dem veralteten Gesellschaften in der solche Dinge Kultur haben.

In der TPS wollen wir uns nach der Einstellung eines Kriegers verhalten:

Verbeug dich vor niemanden, aber lass auch nicht zu, dass sich jemand vor dir verbeugt!

Didaktik

Es gibt keine schlechten Schüler, nur schlechte Lehrer.

Das letzte, aber nicht minder wichtige Prinzip beschreibt unseren Zugang zur Materialvermittlung, dem Aufbau des Curriculums & der Philosphie hinter dem Erlangen von Wissen. Es gibt mehrere Arten, wie man Techniken & Prinzipien vermitteln kann. Der traditionelle Weg ist das Linienmodell, wo man nach Technik 1, dann Technik 2, dann Technik 3 in einer (meist) logischen Reihenfolge lehrt. Gerne benutzt in den Kampfkünsten ist der Prinzipienfehlschluss, bei der man versucht mit kampfunpraktischen Techniken Prinzipien zu schulen.

Wir arbeiten mit einem Modell mit dem man auch Sprachen lernt. Beim Linienmodell würde man erst alle Wörter mit A lernen, dann alle Wörter mit B usw. Beim Prinzipienfehlschlussmodell lernt man mit einer fremden Sprache die eigene Sprache und beim Chaosmodell Fundamente (Grammatik) und baut von dort weiter.

ES macht außerdem mehr Spaß, vor allem für Anfänger, weil man nicht ewig lange etwas trainieren muss, sondern schnell mit den interessanten Dingen in Berühung kommt.

Wir unterscheiden weiterhin zwischen einem Instruktor und einem Coach. Ein Instruktor ist ein Lehrer, der Leistung fordert, der sein Wissen sprichwörtlich hinwirft, nach dem Motto "friss oder stirb". Es herrscht eine Hierachie vor, bei der der Schüler unmündig gemacht wird und der Lehrer Respekt einfordert.

Ein Coach ist ein Lehrer der Leistung verbessert, ein Mentor, ein Unterstützer, der mittendrin ist im Geschehen. Während der Instruktor "falsch!" ruft, motiviert der Coach den Schüler indem er ihm hilft und ihn mit einem "Gut gemacht!" positiv verstärkt. Ein Coach robbt im Schlamm mit, ein Instruktor lässt robben.

Als Coach muss man loslassen können. Loslassen von der Angst, schlecht vor seinen Schülern aussehen zu können, denn diese Angst schafft ungesunde Hierachien & sperren einen selbst und seinen Schüler ein.