pankration

Pankratiasten dargestellt auf
einer Vase.

Quelle: Google

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

kano

Jigoro Kano
(1860 - 1938)

Quelle: Wikipedia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

koma

Mitsyu Maeda (1878 – 1941)

Quelle: Google

 

helio

Helio Gracie (1913 - 2009)

Quelle: Google

 

 

koma

Rorion Gracie (*1952)

Quelle: mmafighterlegends.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

royce

Quelle: Google

 

 

 

 

 

 


Geschichte des Allkampfes

In den meisten Kulturen der Menschheit gibt diverse Formen der Auseinandersetzungen, sei es im sportlichen Rahmen oder in kriegerischen Handlungen. Unterschiedlichste Kampfsysteme (mit oder ohne Waffen) sind dadurch entstanden.

Der Allkampf ist ein Resultat aus dem Zusammenschluss von Spezialisierungen, und beschreibt das Beherrschen des Standkampfes, Ringkampfes und Bodenkampfes.

Die Definition des Modernen Allkampfsportes wird genauer unter der Rubrik "Was ist MAKS?" erklärt und wir gehen hier auf die bekanntesten Hintergrund des Allkampfes ein.

Allkampf – Der Beginn des Sportes

Die bekannteten Wurzeln hat der Sport im antiken Griechenland. Damals wurde es Pankration (griech. „Allkampf“) genannt und konnte laut Wikipedia erstmals 648 vor Christus bei den 33. Olympischen Spielen nachgewiesen werden.

Es war die Verbindung zwischen Boxen und Ringen, die bereits als einzelne Disziplinen verhanden waren. Die Regeln erlaubten alle waffenlosen Techniken mit Ausnahme von Bissen und dem Angriff auf die Augen des Gegners.

Die Kämpfe dauerten so lange bis einer der Kämpfer durch Handheben aufgab oder bis die Sonne untergegangen war. Nicht selten kam es damals zu schwersten Verletzungen und auch Todesfälle waren nicht unüblich.

Diese Kämpfe bei den olympischen Spielen wurden im Jahre 393 nach Christus von Flavius Theodosius verboten, da er diese als nicht vereinbar mit dem christlichen Glauben sah.

Die Anfänge des modernen Allkampfsportes

Zeitsprung – Japan im Jahre 1860. Jigoro Kano wird geboren.

Mit dem Ende der Tokugawa-Zeit (1603–1868) und der Öffnung Japans kam es auch zu starken Veränderungen in der japanischen Gesellschaft. In der damaligen Zeit wollte Japan unbedingt westlicher und somit moderner werden und die alten Künste wurden immer mehr verdrängt.

Jigoro Kano, in seiner Jugend wegen seiner schwächlichen Statur gehänselt, wächst in dieser Aufbruchstimmung auf und beginnt im Jahre 1877 mit dem Jiu Jitsu. Aufgrund des schlechten Rufes des Jiu Jitsus, welches als Schlägersport aus einer veralteten Zeit angesehen wurde hatte er sogar Mühe, überhaupt eine Schule zu finden.

Kano wollte das Jiu Jitsu als einen Sport zur Charakterschulung und als verbessertes Kampfsystem wieder zurückbringen. Er lernte etwa 4 Jahre lang bei verschiedenen Meistern und verschiedenen Jiu Jitsu Stilen bevor er 1882 seinen eigenen Dojo Kodokan („Lehrhalle des Weges“) eröffnete.

Da Kano aus der gehoben Gesellschaft kam, war es für einen Mann seines Standes ungebührlich, mit dem berüchtigten Jiu Jitsu in Verbindung gebracht zu werden. Deswegen nannte er seinen Stil Judo (Ju für sanft/ weich und do für den Weg) um auf das geistig-moralische Prinzip seines Stiles hinzuweisen.

Kano erkannte die Schwächen des klassischen Jiu Jitsus und führte neben dem Prinzip seiryoku zenyo („Maximale Wirkung bei minimalen Aufwand“) und kuzushi („Aus dem Gleichgewicht bringen“) eine Form von Aliveness als grundlegende Trainingsmethode ein und legte den Fokus seines Systems auf Werfen.

Für viele traditionellen JJ Schulen war es ein Sakrileg, die alte Kriegskunst so zu verändern und in ihrer Ansicht nach, zu „verwässern“, worauf es zu Auseinandersetzungen kam, jedoch einige Jiu Jitsuka zum Kodokan wechselten.

1886 schrieb die Tokioer Polizei einen Wettkampf aus, indem das beste Kampfsystem gesucht wurde, in welchem später die Polizei unterrichtet werden sollte.
 
Der Sieger wurde durch die Wurffähigkeit der Kontrahenten entschieden und die besten Kämpfer jedes Systemes zusammengetrommelt. Die Kodokan Schule von Jigoro Kano gewann in den Vergleichskämpfen 13 von 15 Kämpfen über die Jiu Jitsu Meister, wobei 2 Kämpfe unentschieden ausgingen. Nach diesem Triumph von Jigoro Kanos Kodokan wurde das Judo bei der Polizei eingefürt.

1887 hatte das Kodokan bereits mehr als 1500 Schüler.

Die Fusen Ryu Herausforderung

Kanos Judo war sehr populär in Japan und genoss auch die Unterstützung des Bildungssystems, indem Kano als Volkspädagoge selbst hoch angesiedelt war.

Irgendwo in der Zeit von 1900 bis 1905 wurde das Kodokan von Mataemon Tanabe und seiner Fusen Ryu Jiu Jitsu Schule herausgefordert. Da die Judoka bereits alle großen JJ Schulen besiegt hatten, nahmen sie die Herausforderung selbstsicher an.

Zu ihrem Schock mussten sie aber feststellen, dass sich die Fusen Ryu Leute nicht mit ihren Wurffähigkeiten messen wollten. Stattdessen suchten diese so schnell wie möglich den Bodenkampf, weil sie (ähnlich wie Kano bei seinem Judo) in dieser Distanz exzessiv mit Aliveness trainiert hatten.

Da das Judo vor 1900 sehr wurflastig war, verloren die Judoka weil sie durch die unbekannten Aufgabetechniken am Boden von den Fusen Ryu Jiu Jitsuka besiegt wurden.
Kano bat daraufhin Mataemon Tanabe, sein Bodenkampfcurriculum an seine Schüler weiterzugeben, was auch geschah und wohl unbeabsichtigt für das Verschwinden der Fusen Ryu Schulen sorgte, weil die Judobewegung diese einfach verschluckte.

Mit der Zeit kam es zu einem Bodenkampftrend im Judo, die Kano 1925 mit Regeländerungen unterbrach, weil er den für Laien „langweiligen Bodenkampf“ unterbinden und das Judo wurflastig halten wollte um es für ein breites Publikum interessant zu machen. 1964 wurde Judo olympisch, so wie es Kano, der 1938 starb, gewollt hatte.

Der Beginn des Brazilian Jiu Jitsu

Mitsyu Maeda, ein hoher Jiu Jitsuka und Kododan Judoka wurde von Jigoro Kano beauftragt, das Judo in der Welt zu verbreiten. Nach einem Zwischenstopp in Amerika (1904) wollte er in Brasillien Fuß fassen.

Da er Teil eines nationales Auswanderungsprogramm Japans war, versuchte Maeda seine Landsleuten dort ansäßig zu machen und freundete sich mit Gustao Gracie, einem eingewanderten Schotten an.

Etwa um 1913 zog Maeda nach Brasilien.

Maeda hatte viele Herausforderungskämpfe gegen alle möglichen „harten Burschen“, Boxer und Ringer in Brasilien und entwickelte seinen eigenen Stil, der eine Mischung zwischen traditionellem Jiu Jitsu, Kodokan Judo und Eigenkreationen die ein Resultat seiner Erfahrungen waren, bestand. Seine Kämpfe machten ihn reich und er erhielt Ländereien und wurde „Count Koma“ genannt.

Als Dank für die Gustao Gracies Hilfe gab er sein Wissen an seinen Sohn Carlos (1902 – 1994) weiter, der 4 Jahre bei ihm lernte, bevor Maeda in Brasilien weiter umherzog.

Carlos unterrichtete seinen Bruder Helio (1913 – 2009) und in den späten 1920ern und frühen 1930er waren die Graciebrüder bereits so selbstsicher dank ihren Techniken, dass sie begannen öffentliche Herausforderungen auszurichten. Sie kämpften mit allen Herausforderern und besiegten diese allesamt, soweit überliefert.

Die Gracies verbesserten so ihre Strategien immer mehr, bis es 1950 zu einem legendären Grapplingkampf zwischen Helio Gracie und dem damaligen besten Kodokan Judoka Japans Masahiko Kimura kam, der wesentlich schwerer war und Helio mit Ude-Garami besiegte, die später nach ihm benannt wurde, dem „Kimura“.

Kimura war so begeistert über die Technik von Helio, der nie über die Grenzen Brasiliens hinausgekommen war, dass er ihm anbot, in Japan zu unterrichten, was Helio aber ablehnte. Die Gracies veranstalteten weiter „Vale Tudo“ (port. „Alles geht“) Turniere in Brasillien indem alle Techniken, außer Kratzen, Beißen und Augenstichen alles erlaubt waren.

Gracie Jiu Jitsu - Der Sprung nach Amerika

Der Ruf des Brazilian Jiu Jitsu, wie die Gracies ihren Stil nannten, war nie über die Grenzen Brasiliens hinausgegangen, bis der älteste Sohn von Helio, Rorion Gracie in den 1970ern nach Amerika auswanderte.

Dort begannen die Gracies ihren Stil in Garagen zu unterrichten und veranstalteten „Closed Door“ Herausforderungskämpfe gegen alle Kämpfer der verschiedenen Kampfkünste, die mutig genug waren sich mit ihnen zu messen.

Diese Kämpfe wurden mitgefilmt und die Rechte an den Filmen im Vorfeld dem jeweiligen Sieger zugesprochen. Die Gracies gewannen alle Kämpfe und Rorion Gracie hatte die Idee, solche Kämpfe landesweit im Fernsehen auszustrahlen um so das Brazilian Jiu Jitsu als bestes System zu vermarkten.

1993 war es soweit. Es wurden die sogenannten UFC – die Ultimate Fighting Championship ins Leben gerufen. Der Austragungsort war ein Käfig in der Form eines Oktagons, der dafür sorgen sollte, dass keiner der Kämpfer aus dem Ring fallen konnte.

Es wurde mit „There are no rules“ geworben und sehr martialisch aufgebaut, obwohl es natürlich Regeln gab. Lediglich verboten war Augenstechen, Beißen und Kratzen. Sonst war alles erlaubt um den Gegner zur Aufgabe zu zwingen.

Royce Gracie der kleine Bruder von Rorion kämpfte als leichtester Kämpfer in den ersten 4 Veranstaltungen und gewann 3 von ihnen. (Er musste in UFC 3 das Handtuch werfen, weil er von einem Vorkampf so ausgelaugt gewesen war, hatte aber keinen Kampf direkt verloren) Die Kämpfe wurden im Pay-per-View Fernsehen ausgestrahlt.

Die Gracies hatten mit ihrer von Count Koma gelernten und verbesserten Strategie, im Standkampf überlegene Gegner auf den Boden zu bringen und dort mit überlegener Technik zu besiegen, gezeigt dass Bodenkampf einen wichtigen Aspekt im (Duell)Kampf darstellt.

Mit der Zeit lernten auch die anderen Teilnehmer, wie wichtig es ist, dass man sowohl den Standkampf, den Ringkampf und Bodenkampf beherrschen muss, um als Kämpfer effektiv zu sein, weil man nie weiß wo man in einem Kampf landet.

Der Sport breitete sich daraufhin in alle Welt aus und in Japan wurden 1997 die Pride Fighting Championchips veranstaltet, welche jedoch in einem klassischen Boxring durchgeführt wurden.

Die neue UFC

Ende der 90er wurden dann die Kritiker (wie Senator John McCain) dieser Kämpfe so laut, dass der Sport in mehreren Staaten in Amerika verboten wurde.

Die UFC war finanziell am Ende.

Die UFC veränderten daher ihre Regelsätze und ab UFC 12 kamen Gewichtsklassen dazu. UFC 14 machte Handschuhe mit Knöchelpolster zur Pflicht und UFC 15 wurden zahlreiche gefährliche Techniken wie Kopfstöße. Tiefschläge oder Tritte auf den Kopf eines liegenden Gegners verboten. In UFC 21 wurden 5 Minuten Runden eingeführt.

Am 30. September 2000 wurde die erste von der Regierung regulierte Veranstaltung ins Leben gerufen, die mit dem neuen Regelwerk arbeitete. Im Jänner 2001 kauften die Ferreti Brüder die UFC um 2 Millionen Dollar und rückten die Kämpfe weg von dem „Brutaloimage“ der 1990er.

Die Mixed Martials Arts Veranstaltungen sind heute der am schnellsten wachsende Sport und es gibt keine "Stil gegen Stil" Kämpfe mehr, sondern es wird nur noch der beste Kämpfer ermittelt, da jeder nun eine Mischung aus Boxen/Thaiboxen, Ringen/Judo und Brazilian Jiu Jitsu etc. für den Bodenkampf trainiert.

Vergleiche dazu: Wikipedia und Mastering Jiu Jitsu von Renzo Gracie

Andere Allkampfzugänge

In der heutigen Zeit gibt es unzählige Allkampfsysteme, wobei der MMA Sport der bekannteste ist und in dem Gebiet des Sportkampfes die weltbesten Kämpfer hat.
Viele AKS, die für sich das Thema Selbstverteidigung besonders beanspruchen, halten sich vom Wettkampf fern, mit dem Hinweis man würde nicht für Wettkampfsport trainieren sondern für "die Straße".

Oftmals steckt dahinter jedoch der Versuch, sich unüberprüfbar zu halten und durch "geheime Spezialforcessystemtechniken" groß Geld zu verdienen, der Markt hierfür ist zweifellos vorhanden.

Beispielsysteme (die hier ohne Wertung aufgelistet werden) die für sich den Anspruch haben Selbstverteidigungssysteme (mit Allkampfanspruch - also Kampffertigkeiten in allen Distanzen) zu sein:

Senshido (Richard Dimitri), Personal Defense Readyness (Tony Blauer), Leung Ting Wing Tsun, Anti Terror Kampf (Horst Weiland), Real Combat System (Geoff Thompson), Complete Self Protection (Al Peasland), System of Selfpreservation (S.O.S.)Alexander Bankovski, Progressive Fighting System (Paul Vunak), Crazy Monkey Defense Programm (Rodney King), Krav Maga (unzählige Varianten), Alpha Combat System (Paul Soost), Systema (Ryabko), Kajukenbo (Adriano D. Emperado), usw.

Nicht jedes System ist gleich gut, aber viele Systeme (nicht ausschließlich die hier gelisteten) mit Allkampfanspruch haben sich, inspiriert durch die Erfahrungen der MMA Kämpfe verändert.

Im vielen Modernen Allkampfsystemen sind Deeskalationstechniken mittlerweile Standardreportoire, wobei der Anspruch Allkämpfer zu sein und für jede Situation Lösungen anbieten zu können, noch kein Garant für deren Wirksamkeit ist.